Wann wird Elon Musk die Welt regieren

Erfolgreicher Raketenstart: Mit der neuen Falcon 9 zeigt es Elon Musk der Nasa – und den Russen

In der Raumfahrtbranche gibt es einen Schlüsselsatz. Er wird immer dann gesagt, wenn eine Rakete explodiert, von der Bahn abkommt oder sonst etwas schiefgeht. „Space is hard“, heißt es dann. Die Redewendung soll ausdrücken, dass Raumfahrt an technische und physikalische Grenzen geht und daher leicht etwas scheitern kann.

Besonders bei Erstflügen. Aber dem Technikunternehmer Elon Musk, der Tesla-Elektroautos baut oder Tunnel unter Los Angeles gräbt, ist mit seiner Raumfahrtfirma SpaceX jetzt erneut ein Premierenflug gelungen. Freitagabend (Ortszeit) hob das erste Exemplar der fünften Modellreihe seiner Recyclingrakete Falcon 9 erfolgreich in Florida ab. An der Spitze der erste Telekommunikationssatellit für Bangladesch.

54. Flug einer Falcon 9

Musk sieht darin die Krönung dieser Raketenreihe. Es ist der 54. Flug einer Falcon 9 seit 2010. Die Rakete mit einem Startpreis von 62 Millionen Dollar wird nunmehr noch billiger, noch zuverlässiger, leistungsfähiger und vor allem noch einfacher und häufiger wiederverwendbar, sagt Musk. Notfalls könnte die Startstufe binnen 24 Stunden zwei Mal starten. Auftanken genügt – wie beim Flugzeug.

Bislang flogen seine Raketenstufen maximal zwei Mal, künftig soll es bis zu 100 Mal sein. Die neue Rakete müsste sogar nach dem Flug nicht mehr lackiert werden, weil sie jetzt eine Spezialoberfläche hat.

Für Branchenexperten ist der jetzt gelungene Erstflug der Falcon 9 „Block 5“ mindestens so wichtig wie der ebenso erfolgreiche und spektakuläre Premierenflug der Schwerlastrakete Falcon Heavy Anfang Februar. Dabei packte Musk für Werbezwecke einen roten Tesla-Sportwagen in die Raketenspitze, der dann im All ausgesetzt wurde.

Musk will es der Nasa zeigen

Mit der neuen Version der Falcon-9-Rakete will Musk der Nasa endgültig beweisen, dass er zuverlässige Raketen bauen kann. Dass der jetzt erfolgte Premierenflug um 24 Stunden verschoben werden musste, weil am Donnerstag 58 Sekunden vor der Zündung der Triebwerke ein Problem auftrat, ist nur ein Mini-Schönheitsfehler.